Die Deutsche Schutztruppe in Namibia
Die erste Schutztruppe unter Curt von François wird nach Namibia gesandt
1889 wurde die erste deutsche Schutztruppe unter dem Kommando von Curt von François nach Südwestafrika gesandt. Diese Truppe hatte einen polizeilichen Charakter und war nicht zu kriegerischen Unternehmungen bestimmt. Besonders die feindselige Haltung der Hereros war für die Deutschen ein Problem.
1890 wurde Windhoek unter Curt von François zum Sitz der Deutschen Verwaltung. Die Schutztruppe wurde nun ständig vergrößert.
Im selben Jahr vergrößerte sich das Schutzgebiet durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag um den Caprivi-Zipfel. Bismarcks Nachfolger Leo von Caprivi wollte eine Landbrücke zwischen den Kolonien Deutsch-Südwest und Deutsch-Ostafrika schaffen.
Die Schutzverträge und der Widerstand von Hendrik Witbooi
Die Deutschen schlossen sogenannte Schutzverträge mit den Häuptlingen
der Herero, Nama und Rehobother Baster. Durch den "polizeilichen Charakter"
verfolgte die deutsche Schutztruppe die anhaltenden Stammeskämpfe, besonders
die der Nama und Hereros, mit strikter Neutralität. Letztendlich versöhnten
sich 1892 die verfeindeten Nama und Herero im Frieden von Otjimbingwe unter
Mitwirkung des zum Reichskommisars ernannten v. François. Diese plötzliche
Beendigung der Stammesfehden hatte schwerwiegende Folgen für die deutsche
Kolonialmacht. Der Weg für einen massiven Aufstand gegen die Deutschen
war nun geebnet.
Der Namahäuptling Hendrik Witbooi erkannte die Schutzverträge der
Deutschen nicht an. Im April 1893 entschloss sich Curt von François Witboois
Truppen anzugreifen. Der Sieg wurde teuer erkauft, die Verluste auf deutscher
Seite waren schwer. Witbooi entkam mit dem größten Teil seiner Leute
und griff von nun an immer wieder Deutsche und Karawanen an. Der neue Kommandeur
Major Leutwein besiegte im September 1894 Hendrik Witbooi in den Naukluft Bergen.
Witbooi erkannte den Schutzvertrag an und verpflichtete sich in Zukunft mit
seinen waffenfähigen Männern für die Deutsche Schutzmacht Heerfolge
zu leisten. Tatsächlich folgte eine Zeit der friedlichen Koexistenz.
Deutsche Siedler drängen nach Namibia
Immer mehr deutsche Händler und Farmer drangen ins Land, die Erschließung von Deutsch-Südwest schritt voran. Die Eingeborenen mussten immer mehr um Weiden und Wasser fürchten. 1897 brach im Land die große Rinderpest aus und vernichtete in kurzer Zeit fast die gesamten Rinderherden der Eingeborenen.
Aufstand der Herero und Nama


